Supervision & Coaching: Informationen für Priester der Weltkirche

Die Übernahme einer neuen Aufgabe oder die Versetzung in ein neues Team ist möglicherweise mit Schwierigkeiten verbunden. Die Begegnung mit unbekannten Menschen, unbekannten Gewohnheiten oder unbekannten Abläufen kann verunsichern. 

Für Priester der Weltkirche kommen erschwerend weitere Irritationen hinzu: Beispielsweise eine fremde Sprache, eine fremde Kultur, eine bisher unbekannte Sichtweise von Kirche oder von der Rolle des Priesters. 

In diesen Situationen beruflicher Unsicherheit gibt es eine sehr wirkungsvolle Unterstützung: Supervision. 

SUPERVISION ALS UNTERSTÜTZUNG 

Supervision ist ein irreführender Begriff, denn viele Priester der Weltkirche verstehen darunter etwas anderes als ihre deutschen Kolleginnen und Kollegen. In den Muttersprachen der Priester der Weltkirche beziehungsweise den Amtssprachen Englisch oder Französisch wird Supervision meistens mit dem Begriff „Kontrolle“ verbunden. 

Eine Supervisorin oder ein Supervisor, so befürchten viele, kontrolliert, ob man seine Aufgaben richtig macht. In Deutschland bedeutet Supervision Unterstützung und Hilfe.

RÄUME UND THEMEN

Supervision und Coaching eröffnen einen Raum für gegenseitiges Verständnis, indem mit Hilfe einer Supervisorin oder eines Supervisors versucht wird, die Zusammenarbeit besser zu gestalten und das Wohlbefinden des Einzelnen zu fördern. 

Mögliche Themen: Sich als Team intensiver kennen lernen, Aufgaben besser meistern, Entscheidungen fällen, Konflikte gemeinsam lösen, Projekte voranbringen oder einfach neue Perspektiven gewinnen. 

Es gibt Einzel-, Gruppen- und Teamsupervision.

Schritte

Die Supervision eines Teams erfolgt in drei Schritten: 

  1. Erkennen, was ist Gemeinsam schaut das Team genau hin, wie die Situation ist. Jede und jeder darf ihre oder seine Sicht der Dinge einbringen, so ergibt sich ein klares Gesamtbild des Teams. Die Meinung jedens Teammitglieds ist von Bedeutung. Hierbei lernt das Team viel über jede und jeden, über die individuelle Art zu denken und zu handeln und darüber, was einzelne mögen und was nicht. 
  2. Entdecken, wie es funktioniert Im Austausch geht es darum, zu entdecken, was dazu beiträgt, dass Teamarbeit und Kommunikation gut gelingen kann, zum Beispiel: Wo gibt es Störungen und Unzufriedenheiten? Wo gibt es Verbesserungsmöglichkeiten? 
  3. Ausprobieren, was möglich ist Schließlich entwickelt das Team gemeinsam Ideen, wie Zusammenarbeit oder Kommunikation besser gelingen kann. Dabei sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Hier ist jede Idee, jede Meinung, jeder ungewöhnliche Gedanke erwünscht.

DARUM LOHNT SICH SUPERVISION 

Für den Einzelnen:

  • Ich bekomme Unterstützung. 
  • Ich kann meine Meinung zu einem Thema sagen und mir wird zugehört. 
  • Ich habe Zeit, meine Gedanken in Ruhe zu entwickeln und sie auszusprechen. 
  • Ich bekomme neue Sichtweisen auf Fragen, die mich beschäftigen. 
  • Ich fühle mich meiner Aufgabe besser gewachsen. Ich erfahre Wertschätzung. 
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Für das Team:

  • Wir bekommen Unterstützung. 
  • Wir entwickeln gemeinsam mehr interkulturelle Sensibilität. 
  • Unser Team kann miteinander lernen. Unser Team lernt sich besser kennen. 
  • Unser Vertrauen untereinander wächst. Ich erlebe mich als Teil eines Teams. 
  • Ich kann mich aktiv einbringen. 
  • Ich bin wichtig für das Team. 

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